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Editorial

Liebe Leser_innen!

In diesem Heft gibt es etwas zum Lachen. Ob es auch etwas zu lachen gibt, wird sich weisen. Jedenfalls freuen wir uns, dieses Mal einen Schwerpunkt zum Lachen präsentieren zu können. Grund für die Freude ist, dass wir es nicht nur mit einem in der Regel an sich sehr erfreulichen Thema zu tun haben. Grund zur Freude ist auch, dass wir uns mit einem Thema beschäftigen können, das in der Philosophie keinen Fixplatz in Lehre und Forschung hat. Die Gründe für die Marginalisierung des Lachens sind vielfältig. Mit diesem Schwerpunkt können wir aber zumindest eine solche Philosophie des Lachens anregen und einen Einblick in die phänomenologische Forschung zur Thematik des Lachens gewähren. Den Schwerpunkt betreute Silvia Stoller, die im Wintersemester 2012/13 an der Universität Wien eine viel beachtete Vorlesung zur »Philosophie des Lachens« hielt.

Folgende Philosoph_innen haben dankenswerterweise einen Beitrag für diese Nummer des Journal Phänomenologie zur Verfügung gestellt: Artur W. Boelderl (Linz), Käte Meyer-Drawe (Bochum), Antonio Roselli (Paderborn) gemeinsam mit Henning Siekmann (München), Christina Schües (Lübeck/Lüneburg), Hans Rainer Sepp (Prag) sowie Silvia Stoller (Wien). Die Schwerpunktbeiträge werden ergänzt durch ein Interview mit Katia Hay zur Bedeutung des Lachens bei Friedrich Nietzsche sowie einer Rezension zu einem frisch erschienenen Sammelband mit der ersten deutschen Übersetzung von Hélène Cixous’ Klassiker »Das Lachen der Medusa« von 1975. Diese Rezension besorgte freundlicherweise Bettina Schmitz (Würzburg).

Ganz und gar nicht lachhaft ist die große Bandbreite an weiteren Rezensionen zu neuerer Literatur, die wir unseren Leser_innen diesmal zur Lektüre empfehlen: Blanchots Hauptwerk Der literarische Raum, erstmals in deutscher Übersetzung erschienen, wird von Christian Sternad vorgestellt. Dieser hat sich auch mit Kathrin Buschs neuem Buch zur Passivität befasst. Über die Bedeutung von Bourdieus Erfahrungen im Algerienkrieg für sein philosophisches Schaffen berichtet Martin Schnell angelegentlich der nun auf Deutsch vorliegenden Algerischen Skizzen. Schnell setzt sich in diesem Heft auch mit Ricœurs Gedanken über den Tod auseinander: Lebendig bis in den Tod enthält Fragmente aus dem Nachlass des Philosophen. Finks dreibändiges Werk Epilegomena zu Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft, das mehr eine Radikalisierung und Transformation als ein reiner Kommentar zur kantischen Philosophie ist, stellt Sebastian Lederle vor. Sonia Kruks’ Auseinandersetzung mit Simone de Beauvoirs Politik der Ambiguität reflektiert Megan Burke in einer von Jacob Barto aus dem Amerikanischen übertragenen Rezension. Druckfrisch sind die ins Deutsche übersetzten neuen Überlegungen Rancières zum Kino: Béla Tarr. Die Zeit danach; es rezensierte für uns Philip Waldner. Christian Grüny untersucht und kommentiert Frank Vogelsangs Auseinandersetzung mit Merleau-Ponty in seinem Buch Offene Wirklichkeit und macht die Anschlussfähigkeit an neue Theoriebildungen deutlich.

Für die Grafik danken wir diesmal Gisela Scheubmayr ganz herzlich.

Ganz ernsthaft, doch diesmal aus besonderem Anlass mit einem Lächeln, wünscht die Redaktion besonders viel Vergnügen beim Lesen!

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down ISSN 1027-5657 JPh Logo
14.05.2008
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