Journal Phänomenologie
 
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Journal Phänomenologie / Texte / Heft 20
 
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Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum zu glauben, aber das J o u r n a l  Phänomenologie feiert mit dieser Ausgabe das Jubiläum des 20. Heftes! Aus diesem Anlass präsentieren wir das Jubiläumsjournal in neuem Look: lesefreundlicher, luftiger, typographisch optimiert. Dank an Axel Spree und Helge Schalk aus Bochum für ein zeitgemäßes Design und János Békési aus Wien für dessen Umsetzung! Wir blicken in die Zukunft und finden gleich noch einen zweiten Grund zur Freude: Andreas Großmann (Hamburg) und Martin W. Schnell (Gelsenkirchen) werden als neue Redakteure fortan unsere Arbeit tatkräftig unterstützen. Der Schwerpunkt zur Philosophie des vor hundert Jahren geborenen Hans Jonas kommt just aus der Hand einer der neuen Redakteure: des schnellen Professors Schnell aus dem Kohlenpott.

Jonas steht in einem ambivalenten Verhältnis zur Phänomenologie. Es ist fraglich, ob Heideggers Existenzialanalyse wie eine Methode auf die Gnosis angewendet werden kann. Es ist fraglich, ob der Begriff des Lebens, den Jonas nach seiner Abkehr von Heidegger gewinnt, dem Phänomen des Lebens, wie es etwa von Dilthey, Husserl und Plessner her bekannt ist, gerecht wird. Es ist schließlich fraglich, ob eine Ethik ohne Recht und Politik auszukommen vermag. Der 100. Geburtstag von Hans Jonas ist ein guter Anlass, diese und andere Fragen zu diskutieren.

Um den Lesehunger zu vergrößern, hier einige Gustostückerln aus unserem Rezensionenteil: Martin Heidegger gerät im Spiegel "seiner Kinder" ins Visier. Innerphänomenologische Kontroversen um eine korrekte Husserl-Interpretation finden neuen Stoff, etwa in der Darstellung einer sich schrittweise vertiefenden Differenz zwischen Husserl und Fink. Manches bleibt offen, etwa ob Judith Butlers Beharren auf den Brüchen und Diskontinuitäten der Selbstrepräsentanz heute noch als revolutionär gelten kann. Alain Badious Neuanfang der Philosophie im Ausgang von einer mathematischen Ontologie und eine Rekonstruktion von Jean-Luc Marions frühem Denken haben unsere RezensentInnen ebenso beschäftigt wie eine Textesammlung zum tanzenden Denken Pierre Legendres. Auch eine "Zitrone" ist im Angebot: "What are you talking about?" wird anlässlich eines im vergangenen Jahr publizierten Gesprächs mit Hans-Georg Gadamer gefragt. Außerdem bringen wir zur September-Tagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung in Würzburg einen ausführlichen Tagungsbericht.

Aufgrund des überbordenden Umfangs dieser Jubiläumsnummer haben wir den Serviceteil mit den Neuerscheinungen und den Veranstaltungsankündigungen – ausnahmsweise – in unsere Homepage auslagern müssen: Diese und andere Infos mehr können unter der bewährten Adresse www.journal-phaenomenologie.ac.at abgerufen werden.

Unser allerherzlichster Dank gilt an dieser Stelle Birgit Schaaff (Hamburg) und Albrecht Birkelbach (Aachen). Beide haben aus beruflichen Gründen ihre aktive redaktionelle Mitarbeit im Journal beendet. Sie waren vor mittlerweile fast zehn Jahren, damals im Rahmen des Graduiertenkollegs "Phänomenologie und Hermeneutik" in Bochum, maßgeblich am Aufbau jener deutsch-österreichischen Freundschaft in Sachen Phänomenologie (DÖPh) beteiligt, von der die "Journaille" heute noch lebt. Birgit und Albrecht hatten über Jahre begeistert und engagiert ihren unauslöschlichen Anteil am Gelingen des Projekts. Trotz ihres "offiziellen" Ruhestandes bleiben sie uns aber auch in Zukunft verbunden. So freuen wir uns ankündigen zu können, dass der Schwerpunkt zu Paul Ricœur von Birgit Schaaff betreut werden wird! Entgegen unserer Ankündigung im letzten Heft wird er jedoch erst in unserer nächsten Nummer zu finden sein.

Senden Sie uns Ihre Berichte, Informationen, Rezensionen und LeserInnenbriefe fürs nächste Heft bis zum 15. März 2004.

...sprach die Redaktion

und wünscht Freude beim Lesen

 

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down ISSN 1027-5657 JPh Logo
14.05.2008
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