Journal Phaenomenologie

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Editorial Journal Phänomenologie Nr. 6

Wir freuen uns sehr, unsere erste Nummer des neuen Journal Phänomenologie -- vormals Mitteilungsheft -- präsentieren zu können, das von nun an und bis auf weiteres in Zusammenarbeit mit dem Graduiertenkolleg "Phänomenologie und Hermeneutik" der Universitäten Bochum und Wuppertal erscheinen wird.

Seit sich Bernhard Waldenfels (Universität Bochum) mit der Gründung unseres Vereins auf vielfältige Weise so kooperativ gezeigt hat, haben sich in der Folge gute Kontakte und v. a. freundschaftliche Beziehungen zum Graduiertenkolleg in Bochum und Wuppertal ergeben. Seit nämlich Mitglieder der Gruppe Phänomenologie schon mehrmals an Verstaltungen des Graduiertenkollegs teilnehmen konnten, und insbesondere seit einer gemeinsamen Tagung mit dem Graduiertenkolleg in Wien vergangenen Jahres zum Thema "Phänomenologie und Politik" haben sich naturgemäß gemeinsame thematische Interessen herauskristallisiert, Freundschaften und Ideen entwickelt, die eine weitere Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Kollegs äußerst wünschenswert erscheinen ließen. Das Journal Phänomenologie darf als ein Resultat verstanden werden, dieser so glücklichen Verbindung weiters Ausdruck zu verleihen und das gemeinsame Engagement um die Phänomenologie und französische Gegenwartsphilosophie zu vertiefen und pluraler zu gestalten.

In den redaktionellen Vorarbeiten haben wir uns gemeinsam entschieden, einen Großteil der Bochumer/Wuppertaler Berichte, Rezensionen, Ankündigungen usw. der erprobten Struktur des ehemaligen Mitteilungsheftes "anzupassen", d. h. zu "integrieren". Um nicht der Gefahr einer Vereinnahmung zu erliegen, wurden den Beiträgen Name und Ort der jeweiligen VerfasserInnen beigegeben.

Nichtzuletzt aufgrund der tatkräftigen Beteiligung der BochumerInnen und WuppertalerInnen (kurz "BoWupps" genannt) konnte diesmal der Rezensionenteil besonders umfangreich und vielfältig ausfallen. Auch hatte es sich ergeben, den Rezensionenteil neu zu strukturieren. Erstmals findet hier eine sogenannte "Zitronenliste" Platz, in der auch nicht oder weniger Lesenswertes ein Kommentar wert sein soll. Dabei sollte es das vordergründige Ziel dieser Rubrik sein, negative Lektüreerfahrungen begründeterweise weiterzugeben und untereinander auszutauschen. Eine ebenfalls neue Rubrik "Wiedergelesenes" will sich älteren Texten widmen und so von Fall zu Fall zeigen, inwiefern es sich lohnen kann, auf sie zurückzugreifen.

Neu ist auch die Idee der Gruppe Phänomenologie, neben den mittlerweile regelmäßigen Workshop-Veranstaltungen auch kleinere Kolloquien zu einer überschaubaren Lektüre zu organisieren, die nicht notwendig eine längere Vorbereitungs- und Organisationszeit in Anspruch nehmen und vor allem einzelnen Mitgliedern der "Gruppe" thematisch entgegenkommen können. Das erste solche Kolloquium soll im März zum Thema Gerechtigkeit/Derrida unter der Leitung von Janos Bekesi stattfinden.

Insbesondere möchten wir uns an dieser Stelle bei Petra Gehring, Sebastian Luft, Birgit Schaaff und Helge Schalk von der Bochumer/Wuppertaler-Redaktion herzlichst für Ihr beeindruckendes und angenehmes Engagement um das Zustandekommen des ersten neuen Journal Phänomenologie bedanken. Mögen noch viele weitere Nummern und anderes folgen. Wer gerne das neue Journal Phänomenologie durch einen Bericht, eine Rezension oder diverse Informationen bereichern will, wende sich bitte an die jeweilige Redaktion (AnsprechpartnerInnen und Adressen siehe letzte Seite). Redaktionsschluß für die nächste Nummer im März ist der 15. Februar 1997.

Wer übrigens auf dem nicht gerade gut kopierten Photo des letzten Mitteilungshefts (Nr. 5, März 1996) die Gruppe Phänomenologie zu sehen vermeinte, den müssen wir enttäuschen. Es handelte sich um René Char, Jean Beaufret und Martin Heidegger (3., 4. und 5. von links, der weiße Fleck in der Mitte ist Heideggers Käppi) als Zuseher beim Boccia-Spiel in der Provence.

Wir wünschen eine anregende und informative Lektüre.

Mit kollegialen Grüßen,
die (Wiener) Redaktion
Wien, September 1996

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Graduiertenkolleg Bochum -- Wuppertal: Wir stellen uns vor!

Leser und Leserinnen dieser Zeitschrift könnten sich wundern, unbekannte Namen aus den deutschen Städten Bochum und Wuppertal -- und noch anderer -- in dieser Ausgabe des Journal Phänomenologie vorzufinden. Mit der Auskunft, die betreffenden Personen stammten aus dem Graduiertenkolleg Bochum -- Wuppertal, wird allen wohl wenig geholfen sein: Denn was ist ein Graduiertenkolleg? Und was haben, darüber hinaus, dessen Mitglieder in dieser Zeitschrift zu suchen?

Zur ersten Frage also, was ein Graduiertenkolleg sei. Ein Graduiertenkolleg ist eine -- als DFG-Projekt vom Deutschen Forschungsministerium finanzierte -- thematisch gebundene Gruppe von Stipendiaten und Kollegiaten, in der diese an einer Dissertation zu einem mit dem Oberthema des Graduiertenkollegs verwandten Gebiet arbeitet, mit dem Ziel, durch eine thematische Zusammenarbeit der Kollegiaten zu einer zügigen Vollendung der Dissertationen beizutragen. Das Bochum-Wuppertaler Graduiertenkolleg trägt den Titel "Phänomenologie und Hermeneutik" und steht unter der organisatorischen Leitung der Professoren Klaus Held (Wuppertal) und Bernhard Waldenfels (Bochum).

Viel interessanter aber ist die Frage, wie die hier dokumentierte Zusammenarbeit mit der Gruppe Phänomenologie aus Wien zustande kam. Aufgrund schon länger zurückreichender persönlicher Kontakte einiger WienerInnen und BochumerInnen kam im November 1995 die wohl noch allen im Gedächtnis gebliebene Tagung zu "Phänomenologie und Politik" in Wien zustande. Diese fand in Ko-Organisation zwischen Wien und Bochum/Wuppertal statt und wurde hauptsächlich mit Impulsreferaten von beiden Seiten bestritten. Die anregende und freundschaftliche Zusammenarbeit machte allseits Appetit auf weiteres gemeinschaftliches Engagement. Und so entstand in Bochum/Wuppertal die Idee, sich in das Zeitschriftenprojekt der Gruppe Phänomenologie mit eigenen Beiträgen einzuklinken. Zahllose E-mails, Briefe, Telephonate -- innerdeutsch, als auch zwischen Österreich und der BRD -- wurden gewechselt, Redaktionssitzungen sowie Meetings -- ernsteren und weniger ernsten (dabei nicht minder geistreichen!) Charakters -- abgehalten, bis endlich neben der ursprünglichen Intuition auch die konkrete Realisierungs- und Organisationsform standen. Ohne die vielen ermunternden Anregungen der WienerInnen wäre es dazu nicht gekommen.

Voilà: Dies ist das Ergebnis! Das Journal Phänomenologie zeigt schwarz auf weiß die "DÖPh": die deutsch-österreichische Zusammenarbeit in Sachen Phänomenologie. Wir hoffen, daß sie sich in Zukunft noch intensivieren und ausweiten wird. Der erste Schritt ist getan.

(Birgit, Helge, Petra, Sebastian)


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Last Updated: 2000-06-10